Ab nach Arcachon….

Hier einen Campingplatz zu finden scheint – auch in der Vorsaison ohne Vorbuchung kaum möglich. Doch wenn wir uns die Campingplätze ansehen, sind das auch gar nicht die, auf die wir hinwollen! Alle im Hinterland, mit riesiegen Pools und Wasserrutschen und viel Animation…. Doch trotzdem müssen wir irgendwo übernachten…. Nach 7 Stunden Fahrt finden wir einen kleinen Aire de Camping Anas und sind dort bestens aufgehoben! Ruhig, saubere Sanitäranlagen und sogar ein Außenpool in dem ich hervorragend einige Bahnen ziehen kann!

Unser Nachtlager ist schnell aufgebaut und am nächsten Morgen starten wir mit einem gutem Kaffee im Bauch mit den eBikes unter dem Hintern Richtung Arcachon. Dreißig Minuten dauert die Radtour ungefähr – fast ausschließlich auf gesicherten Radwegen. Wir durchqueren auf der Route unter anderem La Teste und möchten den Port sowie die umliegenden „Cabanes“ dringend empfehlen. Wenn ihr Austern liebt, kehrt hier ein! Eine besondere Empfehlung ist die Cabane 164. Biegt von Arcachon kommend links vor dem Hafen ein und fahrt die Straße schon ziemlich weit durch bis zur 164. Ein Besuch dort wird sich lohnen! Hier könnt ihr im schattigen Plätzchen frische Austern und ein Gläschen Wein genießen – oder ihr nehmt die frischen Austern von hier aus mit. Egal wie – absolute Empfehlung!

Les Halles von Arcachon – der etwas andere Markt…
Wir fahren weiter bis zum Centre Ville, stellen unsere eBikes direkt am Gare/ am Anfang der Fußgängerzone ab. Obschon Arcachon eine „Großstadt“ ist, lieben wir die kleinen Straßen und Gassen. Im Kern ist Arcachon nicht so umtriebig sondern eine kleine zauberhafte Stadt mit vielen inhabergeführten Geschäften und hervorragendem kulinarischem Angebot. Unser Ziel sind „Les Halles“ – die Markthalle und der umliegende Markt – doch schon nach 10 m landen wir in einer schönen Boutique und das erste Kleidchen ist gekauft! 😉 Vor den Markthallen begrüßen uns schon die bunten Zelte der Marktbetreiber, die draußen stehen. In der Markthalle selbst finden wir ein schattiges Plätzchen um zu frühstücken. Eigentlich wollten wir Cappuccino und Brot. Doch bei dem Angebot in der Markthalle entschieden wir uns ganz schnell für Austern und Muscadet!

Wir shoppen auf dem Markt noch ein paar Schlemmereien für das Abendbrot und machen uns gemütlich auf den Rückweg. Am Wohnmobil ziehe ich noch ein paar Bahnen in dem warmen Pool und wir googeln nach Campingplätzen, von denen wir das Meer aus sehen können. Das ist in dieser Gegend wirklich schwierig, da die meisten Plätze innerhalb des Landesinneren in Pinienwäldern liegen…..
Weiter geht es! Die Suche nach einem CP am Meer…
Unsere Reise geht am nächsten Tag weiter. Es ist – wie oben schon erwähnt – maximal schwierig am Atlantik einen Stellplatz mit Meerblick zu bekommen Doch ich brauche das! Und frage ich der KI Löcher in den Bauch! Bis sie mir den besten aller besten Stellplätze ausspuckt: La Fontaine Vielle!!!! Danke meine Liebe! So ein herrlicher Platz! So ruhig, am Meer…. Ebbe und Flut sind im Bassin allgegenwärtig und so bleibt man im Bassin auch oft von den hohen Wellen verschont und kann eher „ruhig“ baden….

Der Campingplatz ist für uns genau der richtige! Ich kann im Pool meine Bahnen ziehen, mit dem Fahrrad geht es in 15 Minuten zum Markt, zu Les Halles und zum Port. Am besten gefällt uns die tolle Markthalle mit wirklich fantastichem Angebot – und der Möglichkeit draußen zu degoustieren und zu genießen! Nach dem Einkauf machen wir es wie die ortsansässigen Franzosen und genießen Austern, Tapas und Wein an Stehtischen bei fröhlichem Beisammensein! Was für ein Fest!

Jeden Freitag werden die Markthallen nochmals mit einem riesigen Markt voller Kleidung/ Gewürzen/ Tapenanden…. etc. bespielt. Tatsächlich war es uns zu warm, die einzelnen Stände abzumarschieren, wir würden uns beim nächsten Mal mehr Zeit dafür einplanen. So hatten wir schon die Taschen voller Fisch- und Fleischspezialitaten und wollten diese schnell ins Kühle bringen! (Notiz an mich selbst: nehme einfach IMMER die Kühltasche mit ein paar Akkus mit wenn du auf einen französischen Markt fährst. Meistens bleibst Du doch länger als geplant 😉 )
Ein Schwenker zur Dune du Pilat und ein kleiner Rückblick 😉
Wir bleiben 4 Tage auf diesem CP und genießen die Ruhe, das Meer und das angenehme Klima. Immerhin geht hier ständig ein wenig Wind, was uns in den kommenden Tagen fehlen wird.
Es ist zwar erst Dienstag, dennoch planen wir so langsam die Rückfahrt. Immerhin haben wir uns vorgenommen, „eigentlich“ nicht mehr als 4 Stunden täglich zu fahren. Ein Pflichtprogramm wenn wir schon hier sind ist schon der Besuch der größten Düne Europas: La Dune du Pilat . Auch wenn Christian schon weiter will und ich sie tatsächlich vor 25 (!!) Jahren schon mal gesehen habe! Damals war ich mit meiner Freundin Sylvie nach dem Abi unterwegs – heute macht man ein halbes Jahr Bali, ein Jahr Work and Travel in Australien. Ich weiß, aber für uns waren die drei Wochen in Sylvies Suzuki Jeep ein echtes Highlight, von dem wir heute noch schwärmen! Und natürlich habe ich mich damals im Urlaub unsterblich verliebt: André Claude Degoussé – was für ein Name! Es war ein fantastischer Urlaub 😉

Die Dûne du Pilat und die beste Anreise….
Die Dûne du Pilat ist nach wie vor eine Besichtigung wert! Ein unglaublicher Anblick, wenn sie golden hinter stahlblauem Himmer plötzlich ins Sichtfeld kommt! Anders als vor 25 Jahren hat sich dort mittlerweile ein kleines größeres Touristenmagnet entwickelt. Die Anreise erfolgt heutzutage ganz einfach den vielen Hinweisschildern entlang. 😉 Man wird professionell zu gesichterten Parkplätzen geführt, kann auf dem Weg zur Düne unterschiedliche Snacks und Drinks zu sich nehmen, aber auch etliche Informationen zur Düne und zur Lebenswelt drumherum konsumieren – ein Pfad, der auch mit Kindern Spaß und Sinn macht!
Wir kommen – anders als vor 25 Jahren – auch in den Genuß einer Treppe, die Dir den Aufstieg zur Kuppel der Düne ernorm erleichtert! Ich habe die Stufen nicht gezählt, aber die Höhe ist schon gigantisch und man kann das auf den Fotos, die ich hier amateurhaft mit der Handy-Kamera gemacht habe nicht abbilden. Tatsächlich hatte ich während des Aufstieges das erste Mal ein Gefühl von Höhenangst…..Der Anblick, wenn Du oben bist, lohnt alle Mühen! Also: ab und auf!

Von der Dûne du Pilat nach Bordeaux
Zur Düne waren wir für unseren Verhältnisse früh aufgebrochen. Mehr als 2 Stunden braucht man dort auch keinesfalls, wenn Du oben nicht noch picknicken möchtest oder Du einen Drink/ Snack in den zahlreichen Cafés zu Dir nehmen möchtest. Nach dem Aufstieg sind wir schnell zum Wohni zurück, mit dem besten aller Hunde noch einmal kurz spazieren gegenangen und haben uns aufgemacht nach Bordeaux. Campingplätze in Bordeaux sind rar gesäät. Wir dachten in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass wir auf dem (relativ einzigen) Yelloh-Platz noch etwas bekommen. Doch der war voll.

Dank Park4aNight haben wir am Fuße einer kleinen Kirche in einem Dorf nahe Bordeaux einen wunderbaren, ruhing Platz gefunden von dem wir mit dem Rad Bordeaux in 20 Minuten erreichen konnten.

Nach einem Snack im Schatten an dem schönen Örtchen (Artigues-près-Bordeaux), schnallen wir die Fahrräder ab und machen uns auf den Weg nach Bordeaux.
Das – für uns – sehr trubelige Bordeaux….
Wie auch an so vielen vorherigen Orten in Frankreich genießen wir die recht gut ausgebauten Fahrradwege und fühlen uns trotz der Großstadt mit Fahrrad und Hund im Korb relativ sicher. Dennoch wird es uns – je näher wir zur Innenstadt radeln einfach voll und laut. Am Ufer der Garonne liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Der Verkehr wird dichter, die Straßen voller – voller Passanten, Radfahrer, Autos, Joggern….. nach so vielen Tagen der Ruhe und gefühlten Einsamkeit ist es unheimlich trubelig für uns.
Wir stellen die Räder am Innenstadtbogen ab und erkunden die Stadt zu Fuß. Es ist heiß und voll. Die Stadt ist verwinkelt und wir gehen einmal im Kreis. Das ist unsere Schuld, wir sind nicht gut genug vorbereitet auf so eine große Stadt, wollten uns treiben lassen wie damals in Dijon.
Ein Paradies an Restaurants und Bars….

Irgendwie ist uns diese Stadt gerade zu groß und unübersichtlich. Also beschliessen wir etwas zu essen. Essen verbindet. Und Trinken auch….. Immerhin gilt Bordeaux als ein Paradies des Genusses…. Und da wir lang erprobte Trüffelschweine sind, finden wir ein wirklich nettes Lokal, mehrfach vom Guide Michelin vorgeschlagen und genießen am Straßenrand ein köstliches Mahl bei Le Petit Commerce . Es war wirklich gut, aber ganz ehrlich – eigentlich mögen wir es auch leiser und einsamer…. .
Wir beschließen am nächsten Morgen weiter zu fahren. Begleitet uns auf unserer Reise in dem nächsten Post….










[…] Frankreich mit dem Wohnmobil Champagne/ Atlantik 06/ 25 Teil 2/ 3 […]