
Manchmal braucht es gar keine große Reise, um sich wie im Urlaub zu fühlen. Ein paar Stunden Fahrt, eine steife Brise um die Nase – und plötzlich ist alles weit weg. Genau so ein Ort ist Yerseke und die Yerseke Austern. Ein kleines, unscheinbares Örtchen in Zeeland, das unter Feinschmeckern längst kein Geheimtipp mehr ist – und trotzdem wissen erstaunlich viele nicht, dass sich hier eines der besten Austernzuchtgebiete Europas befindet.
Warum? Ganz einfach: perfekte Bedingungen. Das Zusammenspiel aus sauberem, nährstoffreichem Wasser der Oosterschelde, den Gezeiten und jahrhundertealter Erfahrung macht die Austern aus Yerseke zu echten kleinen Juwelen.
Und natürlich mussten Christian und ich das selbst testen. Rein wissenschaftlich, versteht sich. 😉

Camping oder Mobilheim bei Yerseke Austern
Da wir – wie so oft – mit Wohnmobil und Hund unterwegs sind, haben wir uns für den Camping Linda im etwa 6 km entfernten Wemeldinge entschieden. Und was soll ich sagen: Volltreffer!
Ein wunderbar gepflegter Platz, viel Grün, angenehm ruhig – genau das Richtige, um direkt in den Entspannungsmodus zu schalten. Übrigens: der Platz verfügt auch über eine grroße Anzahl dieser kleinen Mobilheime. Hätten wir kein Wohnmobil, würden wir wahrscheinlich auf so eine Möglichkeit der Übernachtung zurückgreifen! Die ruhige Lage des Platzes, die Nähe zu Yerseke, Goes, Zierikzee und Middelburg ist so charmant – und alles mit dem Auto nahezu unter 30 Minuten zu erreichen – ein schönes Mobilheim mit Außenbereich zum chillen am Morgen und am Abend ist da ideal und für uns schöner, als ein Hotelzimmer/ Appartement direkt im Ort.
Das Beste: Von hier aus geht’s ganz entspannt mit dem Fahrrad nach Yerseke. Rund 20 Minuten Fahrt, komplett auf den typisch niederländischen, perfekt ausgebauten Radwegen. Sicher, entspannt und mit diesem herrlichen Gefühl von „einfach treiben lassen“.

Erste Station in Yerseke: die Yerseke Auster und der Hafen
In Yerseke angekommen, stellen wir unsere Fahrräder am kleinen Yachthafen ab. Und dann passiert genau das, was hier passieren soll: Man hat keinen Plan mehr – und das ist auch gut so.
Wir lassen uns einfach treiben.
Keine fünf Minuten später stehen wir vor der ersten kleinen Austernhütte. Kein Schnickschnack, kein großes Tamtam – nur frische Austern, ein paar Tische und dieser Duft nach Meer.
„Zwei bitte.“
… wurden dann spontan doch eher sechs. Man will ja vergleichen. 😄 Wir konnten tatsächlich zwischen „Plat“ und „Creuse“ vergleichen – und obwohl die Auster „Plat“ gemeinhin als die bessere Auster beurteilt wird, schmeckten Christian und mir die „Creuse“ weitaus besser.
Frisch geöffnet, ein Spritzer Zitrone, vielleicht ein Hauch Schalotten-Vinaigrette – und dann dieser erste Schluck Meer. Salzig, klar, unglaublich frisch. Genau so muss das sein!

Wir waren uns übrigens unsicher, ob der Großteil der Niederländer auch Ostern feiert (wir sind von Karfreitag bis Ostermontag hier). Da erklärte uns das freundliche, junge Betreiberpäärchen der Austernhütte, dass es sogar eine Ostertradition gäbe: gekochte Kreukeles (Schnecken) und Rosinenbrot. Das Brot hatten sie nicht da, aber selbstverständlich habeb wir uns integriert und direkt eine Schale Kreukeles bestellt. Und mit dem dazu gereichten Rosé waren sie wahrhaft köstlich!

Yerseke Hafen: Weiterziehen… aber nicht weit – Yerseke Austern
Nach diesem perfekten Einstieg schlendern wir weiter durch den Ort. Vorbei an kleinen Läden, weiteren Austernspots und immer wieder diesem Blick auf die Austernbecken.
Unser eigentliches Ziel wartet schon: Pekaar – vorab reserviert (und das ist auch absolut sinnvoll!).
Hier wird das Thema Auster nochmal auf ein ganz anderes Level gehoben.

Wir probieren uns durch verschiedene Variationen:
- klassisch naturbelassen
- gratiniert, warm und leicht buttrig
- mit spannenden Toppings, die man so erstmal nicht erwartet
Und ja… man kann darüber diskutieren, ob man Austern „pur“ essen sollte. Aber ich sage Dir: Diese Variationen sind richtig gut gemacht. Kein Firlefanz, sondern durchdacht und unglaublich lecker.

Dazu ein Glas Weißwein, ein Blick aufs Wasser – und dieser Moment, in dem man sich anschaut und denkt:
„Alles richtig gemacht.“

Mein Favorit: Auster mit gratinierter Erdbeere. (Unglaublich, wir fahren morgen nochmal hin um nochmal zu kosten!!) – Christians Favorit: Pornstar Martini Auster – und bei uns beiden auf dem zweiten Platz: Wasabi – Auster! Ich wusste vorher nicht, was man alles noch anstellen kann – eine echte Erfahrung!

Fazit: Yerseke – klein, aber oho
Yerseke ist kein Ort für große Sehenswürdigkeiten. Es dreht sich hier wirklich nur um die Auster, um Entschleunigung, frische Luft und diese kleinen sorgenlose Momente.
Für uns war es der perfekte Kurztrip. Unkompliziert, entspannt und kulinarisch ein echtes Highlight.
Und ganz ehrlich?
Wenn Du Austern liebst – oder ihnen endlich mal eine echte Chance geben willst – dann gehört Yerseke definitiv auf Deine Liste.
Für einen längeren Aufenthalt in der Gegend empfehle ich definitiv eine Anmietung eines Mobilheimes und von da aus die Fahrten in die wunderschönen Städte (Goes, 15 Minuten mit dem Auto, Zierrikzee, 25 Minuten mit dem Auto, Middelburg (ca. 35 Minuten) in unmittelbarer Umgebung… Austern, Muscheln, Schnecken bekommst Du in der Gegend überall auch zum Mitnehmen und nach einem ausgedehnten Lunch (die meisten Austernlokale schließen in Yerseke schon um 18 Uhr) von 14-16 Uhr könnt ihr Euch genug Meeresfrüchte mitnehmen zur Unterkunft und dort einen erholsamen Abend mit leckerem Essen und einem ausgedehntem Spaziergang ausklingen lassen….
Lasst es Euch gutgehen! Eure Kati!
Austern im Refugio?
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